Nicht wegen Überforderung – sondern wegen fehlender Wirksamkeit Wenn engagierte Beschäftigte in Verwaltungen stiller werden, wird das häufig psychologisch erklärt: fehlende Mitarbeitermotivation, Generationenkonflikte (Generation Alpha vs. Generation Z vs. Babyboomer) oder mangelnde Bindung.
In vielen Rathäusern liegt die Ursache jedoch woanders. Menschen ziehen sich zurück, wenn ihr Einsatz keine erkennbare Wirkung mehr hat. „Rückzug ist selten ein Einstellungsproblem. Meist ist es ein Strukturproblem“, sagt der für sein GILT-Prinzip bekannte Unternehmensberater Rolf Dindorf aus Kaiserslautern.
Ein typischer Ablauf aus der kommunalen Praxis
Eine erfahrene Mitarbeiterin im Bauamt erkennt früh Konflikte mit Anwohnern bei einer geplanten Baumaßnahme. Sie moderiert Gespräche, entwickelt einen tragfähigen Kompromiss und bereitet die Entscheidung vor.
Die Reaktion im Landratsamt:
- Fachbereich prüft
- Rechtsamt bewertet
- Bauausschuss vertagt
Wochen später kommt eine externe Vorgabe. Beim nächsten Projekt hält sie sich zurück. Nicht aus Desinteresse. Aus Erfahrung.
Was hier tatsächlich passiert bei guten Mitarbeitenden
Die Mitarbeiterin trägt weiterhin Verantwortung im Alltag: Koordination, Abstimmung, Kommunikation. Aber ohne Mandat zur Entscheidung.
Das Ergebnis ist vorhersehbar: Engagement ohne Wirkung erzeugt Rückzug. Nicht plötzlich. Schrittweise.
Warum klassische Maßnahmen der Mitarbeitermotivation ins Leere laufen
Mehr Mitarbeitergespräche helfen kaum. Teamentwicklung auch nicht. Denn das Problem liegt nicht in der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden – sondern in der fehlenden Wirksamkeit des Handelns. Menschen in der Verwaltung bleiben motiviert, wenn ihr Handeln einen Unterschied macht.
Die stille Rechnung im Kopf eines Behördenmitarbeiters
Unbewusst stellen sich Beschäftigte eine einfache Frage: Trage ich Verantwortung – oder nur Aufwand?
Fällt beides auseinander, entsteht kein offener Konflikt. Sondern Distanz. Gerade in kommunalen Verwaltungen zeigt sich das als sachlicher Rückzug:
Man erledigt Aufgaben korrekt – aber ohne Initiative.
Die eigentliche Führungsaufgabe für Verwaltungsvorstände
Führung bedeutet nicht nur, Mitarbeitermotivation zu erzeugen. Sondern Wirkung zu ermöglichen. Dort, wo Verantwortung nicht mit Entscheidung verbunden ist, entsteht keine Verweigerung – sondern Resignation. Für Verwaltungen in Rheinland-Pfalz wird damit ein zentraler Punkt sichtbar:
Nicht Arbeitsbelastung schwächt Engagement am stärksten, sondern fehlende Entscheidungsklarheit.
Oder anders gesagt: Wo Last ohne Mandat bleibt, verschwindet Initiative.
Das GILT-Prinzip: Wo Entscheidung zur Tat wird.
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